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Formula Student Germany 2017

Am 08.08.2017 ging es für uns auf das zweite und wichtigste Event dieser Saison, der Formula Student Germany am Hockenheimring.

Formula Student Germany

Die FSG ist mit 120 Teilnehmern eines der größten Formula Student Events weltweit und lockt sogar Teams aus China, Indien und USA an. Mit einigen Testkilometern im Gepäck kamen wir nachmittags in Hockenheim an und bezogen parallel Pit sowie Campingplatz. Durch einen Sturmschaden in der vergangenen Woche wurde der Zeltplatz auf ein weiter entferntes Gelände verlegt, was eine unerwartete logistische Herausforderung für alle Teams zur Folge hatte. Noch am selben Tag bereiteten wir unseren FR17 Wotan für das Scrutineering vor und besuchten den offiziellen Startschuss zur FSG, die Welcome Ceremony.

Am nächsten Tag standen wir pünktlich um 6 Uhr zur Öffnung der Pits auf dem Hockenheimring und arbeiteten weiter an unserem Fahrwerk. Dieses ist durch einen Konstruktionsfehler bedingt, am Tag vor der FSG bei finalen Testen gebrochen. Wir haben das Problem behoben, indem innerhalb von weniger als 24 Stunden ein Stahlfahrwerk geplant, konstruiert, gefertigt und eingebaut wurde. Auch wenn dies kein Grund zur Freude ist, hat es wieder einmal gezeigt, dass man bei der Formula Student lernt, unter hohem Zeitdruck Ergebnisse zu liefern.

Parallel zu letzten Fahrwerksarbeiten begann unser Elektrik-Team das Akku Scrutineering. Mittags stand das legendäre Panorama Foto mit allen Teams auf dem Programm. Kurz vor Feierabend kamen unsere Elektriker erfolgreich von der technischen Abnahme zurück. Durch großzügige Hilfe unserer Freunde von Running Snail aus Amberg konnten wir das Akku Scrutineering erfolgreich abschließen.

Wie bereits den Tag zuvor, waren wir bei Sonnenaufgang auf den Beinen und machten uns begleitet von Dauerregen auf den Weg in die Pit. Nach letzten Änderungen konnten wir am Vormittag das Pre-Scrutineering erfolgreich abschließen und anschließend das Finale des „Daimler Best E-Drive Packaging Award“ bestreiten. Hier konnten wir im Vorfeld mit unserer Bewerbung überzeugen und durften den Judges unser Packaging Konzept, also die Anordnung unserer Komponenten im Fahrzeug, erläutern. Abschließend begaben wir uns in sowohl das technische als auch elektrische Scrutineering, wo zum Glück nur einige Kleinigkeiten bemängelt wurden, die wir bis zum nächsten Tag ausbessern konnten.

Am Freitag standen Design Judging, Cost Report sowie die Präsentation unseres Businessplans auf der Tagesordnung. Durch einige Probleme in der Elektrik unseres Rennwagens konnten wir das Scrutineering nicht abschließen und somit war es uns nicht mehr möglich am sogenannten „Skid Pad“ teilzunehmen.

Der nächste Tag war entscheidend. Der Wecker klingelte um 5 Uhr morgens, nur wenige Stunden nachdem wir aufgehört hatten zu arbeiten. In vollem Bewusstsein, dass wir das Elektrik-Scrutineering schnell abschließen müssen, um unsere Teilnahme an Acceleration, Autocross und Endurance zu sichern, gaben wir Vollgas. Probleme im E-Scrutineering sorgten für eine empfindliche Verzögerung, bis wir am Nachmittag schließlich grünes Licht für die letzten Tests bekamen. Fehlten noch Tilt-, Rain- und Brake-Test. Die Zeit wurde knapp. Beim Tilt Test wurde unser FR17 Wotan um 60 Grad gekippt, um zu sehen ob Flüssigkeiten auslaufen. Unser Wotan meisterte diesen Test problemlos. Fehlten noch Rain- und Brake Test. Ohne Zeit zu verschwenden sprinteten wir zum Rain Test. Hier wurde der FR17 Wotan nass gemacht, ein für alle Elektriker äußerst kritischer Moment, zeigt sich hier doch ob die Bordelektronik wirklich wasserdicht ist. Unser E-Team hat einen sehr guten Job geleistet, denn die Elektronik hielt dem Wasser ohne Wenn und Aber stand. Fehlte noch der Brake Test. Ein einfacher Test, bei dem die Teams zeigen müssen, dass sie nicht nur rasant fahren, sondern mindestens ebenso rasch bremsen können. Von offizieller Seite aus wurde festgelegt, den Brake Test nur bis 18:30 Uhr durchzuführen. Um Punkt 18:30 Uhr waren wir zum Brake Test bereit. Der Fahrer saß im Auto, der Motor lief. Lediglich eine kurze Beschleunigung mit anschließender Vollbremsung trennten uns von der Teilnahme an den dynamischen Disziplinen auf die ein Formula Student Team ein ganzes Jahr lang hinarbeitet. Ein Jahr in dem jedes der aktiven Mitglieder sämtliche Zeit und Energie in Entwicklung und Bau des neuen Rennwagens investiert haben. Überraschend kommt ein Organisator und verkündet, dass der Brake Test mit sofortiger Wirkung geschlossen wird. Entsetzen. Sollte ein Jahr Arbeit umsonst gewesen sein, weil der letzte Test keine einzige Minute länger öffnen kann? Anscheinend.

Sonntag, der letzte Tag der FSG, war dementsprechend von Enttäuschung geprägt. Dennoch sahen wir uns die Endurance Läufe an und haben unter anderem mit unseren Freunden von Mainfranken Racing gefiebert. Am Abend folgte die Fortsetzung der Award Ceremony vom Vortrag und anschließend die legendäre Mahle Party.

Wir hatten viel Spaß auf der FSG, haben neue Freundschaften geschlossen und haben so einiges lernen können. Die wichtigste Lektion, auch wenn und gerade weil sie einen bitteren Beigeschmack hinterlässt, ist durch das um die sprichwörtliche Sekunde verpasste erfolgreiche Abschließen des Scrutineering entstanden. Auch wenn wir nur Studenten sein mögen wird auf der FSG höchste Professionalität gefordert. Auch wenn es pedantisch sein mag und für uns zum klaren Nachteil war, ist diese Gründlichkeit hauptverantwortlich für das hohe Ansehen der FSG innerhalb der Formula Student Gemeinschaft und eine gute Vorbereitung für das spätere Arbeitsleben. Insofern können wir die Entscheidungen der Organisatoren absolut nachvollziehen. Umso motivierter sind wir, nächstes Jahr am Hockenheimring unsere Fähigkeiten endlich wieder unter Beweis zu stellen und freuen uns darauf, die Teams wiederzusehen!